Trends der Informationslogistik für 2014

Ein Foto mit einer Glaskugel, die den Blick in die Zukunft ermöglichen soll.

Wir wagen den Blick in die Zukunft der Informationslogistik

Im Rahmen der jährlichen Postkonferenz in Wien, die ich seit 6 Jahren moderieren darf, haben wir Verantwortliche aus Logistik und Postmanagement nach ihren Erwartungen und Einschätzungen für die nahe Zukunft befragt. Wir erhielten interessante Ergebnisse, die ich Ihnen heute vorstellen und auch gleich interpretieren möchte.

Die erste Frage richtete sich auf die erwarteten Entwicklungen des Briefaufkommens im Laufe der nächsten drei Jahre. 35% der Befragten rechnen mit Rückgängen zwischen 15 und 30%. Immerhin 30% rechnen mit unveränderten Postmengen, 10% rechnen mit Zunahmen zwischen 5 und 15%. In Summe ergibt sich ein erwarteter Rückgang des Briefaufkommens von 8%. Eine vorsichtige, aber realistische Einschätzung aus meiner Sicht.

Frage zwei drehte sich um die Frage, ob im Jahr 2014 Projekte zur Digitalisierung von Posteingang geplant sind. 49% der Unternehmen planen hierzu Projekte. Das ist eine aus meiner Sicht hohe Zahl. Dazu muss man sagen, dass in Österreich wie in Deutschland elektronische Rechnungen immer mehr Verbreitung finden und in Österreich Rechnungen in elektronischer Form bei Bundeseinrichtungen zur Pflicht werden. In diesem Zusammenhang denkt man dann über ganzheitliche Bearbeitung von Papierdokumenten schon beim Posteingang nach.

Die dritte Frage war eine Sammelfrage mit mehreren Auswahlmöglichkeiten zu den Top Themen der Informationslogistik im Jahr 2014. In der Reihenfolge der Häufigkeiten erhielten wir folgende Antworten: Steigender Kostendruck (15%), steigende Bedeutung von Kostenrechnung und Benchmarking (13%), mehr Arbeit pro Mitarbeiter (13%), anspruchsvollere Tätigkeiten (9%), Wegfall von Arbeitsplätzen (9%). Auch der Outsourcing-Druck ist für 7% der Befragten nach wie vor hoch und nur 1,5% rechnen mit einer wachsenden Zahl von Arbeitskräften in ihrem Bereich.

Schlussfolgerungen aus der Befragung

Welche Schlussfolgerung lässt sich aus den Ergebnissen der Befragung ziehen? In der Informationslogistik im Allgemeinen und in den Verwaltungsprozessen im Speziellen kommen keine rosigen Zeiten auf uns zu. Die Jahre mit gemäßigtem Anpassungsdruck sind längst vorüber und der Sparzwang in den Verwaltungsprozessen nimmt weiter zu. Vor dem Hintergrund, dass man viele Veränderungen sozial verträglich umsetzen kann, wenn man nur zeitig damit beginnt, stellt sich die Aufgabe, die Prozesse und Dienstleistungen zu analysieren und Schritt für Schritt effizienter zu gestalten.

Nach unseren Praxiserfahrungen stecken in der Verwaltung mindestens 15-20% Einsparpotential. Hierzu müssen die Informationsprozesse jedoch zusammenhängend und ganzheitlich betrachtet werden. Allerdings sollten die Verantwortlichen die Effizienzsteigerungen mit eigenen Initiativen angehen und nicht darauf warten, dass andere mit „guten Ideen“ kommen.

Jetzt gilt es: Poststellen werdet Informationslogistiker!

Titelfoto: © Christian Schnettelker (CC Lizenz) / flickr.com
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Autor: Klaus Gettwart

Dipl.-Wi.-Ing. Klaus Gettwart ist geschäftsführender Gesellschafter und Gründer der MailConsult GmbH in Berlin im Jahr 2001. Davor war er Marketingleiter bei Francotyp-Postalia und Produktmanager für Industrieautomation bei Robert Bosch GmbH in Erbach. Seine Schwerpunktthemen sind Weiterbildung und Prozess-Benchmarking in der Informationslogistik. Studium: Wirtschaftsingenieurwesen OR/Informatik, TH Karlsruhe; verheiratet, 2 Töchter. Motto: Partnerschaftliches Miteinander sichert langfristig den Erfolg.