Portoerhöhungen kommen: Zeit für eine neue Output-Management Strategie

von | 03.01.2014
Ein bunter Stapel Briefmarken

Die Portopreise für Brief und Paket steigen weiter

Seit einiger Zeit sind Preiserhöhungen bei Briefen und Paketen wieder an der Tagesordnung.

Die Deutsche Post hat ihr Briefporto zum 1. Januar 2014 mit Genehmigung der Bundesnetzagentur zum zweiten mal kurz hintereinander auf 60 Cent erhöht. Bei den nationalen Zusatzleistungen steigt der Preis für ein Einschreiben um zehn Cent bzw. beim Einwurf-Einschreiben um 20 Cent. Die Preise für die anderen nationalen Briefformate Kompakt-, Groß- und Maxibrief sowie die Postkarte bleiben unverändert. Damit sollen die Preise an die gestiegenen Kosten angepasst werden.

Diese in der Öffentlichkeit diskutierten Preiserhöhungen stehen vor dem Hintergrund einer grundsätzlichen Änderung der Berechnungsgrundlage für zukünftige Preisanpassungen.

Die Deutsche Post bekommt mehr Spielraum für regelmäßige Preiserhöhungen. Von 2014 an wird der Konzern sein Briefporto von Jahr zu Jahr fast im Gleichklang mit der Inflationsrate anheben können. Darauf hinaus läuft eine neue Berechnungsformel, welche die Bundesnetzagentur am Montag vorgeschlagen hat. Für das kommende Jahr ergibt sich daraus für die Post rechnerisch die Möglichkeit, das Porto im Durchschnitt um weitere 1,6 Prozent anzuheben. [21.10.2013 | faz.net]

Auch die Onlineredaktion der Welt ging auf die Änderung der Berechnungsgrundlage ein und prognostiziert weiter steigende Briefpreise.

Hintergrund für die Pläne der Post beim Briefporto ist ein Vorschlag der Bundesnetzagentur aus dem Oktober, der dem Dax-Konzern für die kommenden fünf Jahre deutlich mehr Spielraum für Preiserhöhungen gibt. Die Agentur steckt als Regulierungsbehörde für den Briefmarkt den Rahmen ab, innerhalb dessen sich Erhöhungen des Briefportos der Deutschen Post AG als Markt beherrschendes Unternehmen bewegen können. [welt.de]

Leitplanken sollen nach dem aktuellen Vorschlag die Inflationsrate sowie Produktivitätsfortschritte der Post sein, die die Bundesnetzagentur mit 0,2 Prozent veranschlagt – und damit niedriger ansetzt als in den vergangenen Jahren. Portoerhöhungen werden nach dieser Formel einfacher. [15.11.2013 | welt.de]

Der Preistrend für den Brief steht damit für die nächsten Jahre fest: es geht weiter nach oben. Das kann im Hinblick auf sinkende Briefmengen und hohe Fixkosten bei der Deutschen Post auch nicht ernsthaft verwundern.

Die bisher genutzten Lösungsansätze Teilleistungen, wie das Konsolidieren, als Dienstleistung einzukaufen, oder für einzelne Briefprodukte und Zustellregionen alternative Briefzusteller einzusetzen, werden den Preisanstieg nicht kompensieren können. Darüber hinaus steigt der Kostendruck für die Verantwortlichen des Output-Managements immer weiter (wie auch die Trends der Informationslogistik für das Jahr 2014 zeigen). Zeit also in der Praxis verstärkt neue Output-Kanäle zu nutzen.

Die vielen Möglichkeiten im Output-Management

Elektronische Alternativen zum klassischen Brief gibt es viele. Allerdings ist es für die Entscheidung der Versandart im Output wichtig zu wissen, wie sie im Input beim Empfänger bearbeitet werden. Neben den Informationen selbst ist somit erforderlich, in den Output-Systemen die Versandart zu hinterlegen. Wozu erhalten die Empfänger diese Information? Was tun sie damit? Wie arbeiten die Empfänger mit diesen Informationen weiter? Dabei gibt es verständlicherweise erhebliche Unterschiede in der Kommunikation B2C und B2B.

Ist es für einen Empfänger wichtig die Daten, die bisher physisch auf einem Brief standen, in einer strukturierten und maschinenlesbaren Form zu erhalten, weil sie in den Anwendungen des Empfängers weiterverarbeitet werden sollen? In einem solchen Fall ist die Datenübertragung auf der Basis von Datenschnittstellen und standardisierten Datenaustauschformaten möglicherweise besser geeignet. So können Kosten des Absenders und des Informationsempfängers gleichzeitig gesenkt und zusätzlich CO2 reduziert werden. Standardisierte Rechnungsformate wie das „ZUGFeRD“ Format, das maschinenlesbare Dokumenteninformationen in ein PDF einbettet, sind gerade dabei sich in der Praxis zu etablieren. Aber auch das für große Rechnungsmengen vorgesehene EDIFACT bieten Lösungen.

Wenn der Empfänger die Informationen, die er bisher per Brief erhalten hat, nutzen soll, um darauf zu antworten oder um weitere Informationen abzurufen, könnte auch der Einsatz eines Kundenportals sinnvoll sein.

Auch sollte die De-Mail für Outputverantwortliche nicht unbeachtet bleiben. Zwar besteht augenblicklich lediglich für Bundesbehörden und öffentliche Einrichtungen mit bundeshoheitlichem Auftrag die Verpflichtung eine Kommunikation über De-Mail zu ermöglichen, doch ist es sehr wohl zu erwarten, dass dieser E-Mail-Standard eine weitere Verbreitung und Akzeptanz finden wird.

Nutzen Sie die Gunst der Stunde

Die prominente Ankündigung der Deutschen Post AG, das Porto erneut zu erhöhen, können Sie für sich verwenden. Es schlägt die Gunst der Stunde, wenn Sie vor dem Hintergrund der teilweise erheblichen und extern verursachten Kostensteigerung Projekte zur Optimierung Ihres Output-Managements anschieben, die bisher in der Schubladen liegen mussten, da zum Beispiel durch das Top-Management die strategische Notwendigkeit zur Realisierung der Optimierungspotenziale nicht erkannt wurde. Mit dem Verweis auf den Handlungszwang durch die immer weiter steigenden Portokosten lassen sich Projekte der Informationslogistik jedoch auf die Bahn bringen und kostensparend realisieren.

Weiterführende Links:

Übersicht der Preisänderungen der Deutschen Post AG (PDF)

Titelfoto: © Sabine Weiße / pixelio.de

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Bildquellen

Autor: Stefan Willuda

Stefan Willuda war bis November 2014 Berater der MailConsult GmbH aus Berlin. Davor war er Leiter der Abteilung Document Services bei der Festo AG. Seine Schwerpunktthemen waren Projektmanagement, Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen, Strategien für Inhouse-Dienstleistungen, In- und Outsourcing-Strategien, sowie Arbeitsorganisation im Input- und Output-Management. Motto: Wenn es gelingt, die beteiligten Menschen für eine gemeinsame Vision zu begeistern, werden selbst herausfordernde Umsetzungsprojekte ein Erfolg. (Stefan Willuda auf Xing)

15 Reaktionen auf “Portoerhöhungen kommen: Zeit für eine neue Output-Management Strategie

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