Informationslogistik

von | 17.03.2014

Informationslogistik betrachtet Informationsprozesse aus einer ganzheitlichen Perspektive und sorgt dafür dass Mitarbeiter und Führungskräfte einer Organisation handlungs- und entscheidungsrelevante Informationen in der richtigen Menge zur richtigen Zeit am richtigen Ort in der richtigen Form unter Einhaltung rechtlicher Vorgaben zu angemessen Kosten erhalten.

Informationslogistik ist kein alleinstehender Begriff. Vielmehr handelt es sich um ein umfassendes Konzept für die übergreifende Versorgung von Organisationen mit entscheidungsunterstützenden Informationen  [in Anlehnung an Schmaltz, 2009].

Recht populär ist dabei die folgende Definition:

Als Informationslogistik […] wird die Planung, Steuerung, Durchführung und Kontrolle der Gesamtheit der Datenflüsse verstanden, die über eine Betrachtungseinheit hinausgehen, sowie die Speicherung und Aufbereitung dieser Daten. Dabei werden nur solche Datenflüsse zur Informationslogistik gezählt, die der Unterstützung von Entscheidungen dienen. [Winter, 2008 S. 2]

Es wird in diesem Definitionsansatz deutlich, dass in dem Konzept der Informationslogistik der Gedanke eines übergreifenden Austausches von Daten angelegt ist. Informationslogistik bedingt also eine ganzheitliche Betrachtungsweise von Prozessen und Organisationen, von Ablauf- und Aufbauorganisation.

Die Aufgabe der Informationslogistik

Informationslogistik betrachtet Datenflüsse, die über die Grenzen einer Betrachtungseinheit hinaus gehen. Eine Betrachtungseinheit kann dabei jede Organisationseinheit sein, unabhängig von ihrer Größe oder organisatorischen Einbindung. Die Informationslogistik dient damit dem Informationsbedarf bestimmter Organisationseinheiten und ihrer Mitglieder.

[Die] Aufgabe der […] [Informationslogistik ] ist es, Daten, die in einer Betrachtungseinheit anfallen, für die Nutzung in einer anderen Betrachtungseinheit zugänglich zu machen. [Schmaltz, 2009 S. 18]

Diese Formulierung der Aufgaben der Informationslogistik wurde unter dem Einfluss der allgemeinen Logistik-Definition von Plowman („7-R-Definition“) zum praxisorientierten Einsatz umformuliert. [Vgl. Plowman, 1964, S. 1]

Aufgabe der Informationslogistik ist es demnach, die richtigen Informationen in der richtigen Menge zur richtigen Zeit für den richtigen Adressaten am richtigen Ort zu angemessen Kosten bereitzustellen. Aus Sicht der MailConsult ist diese Aufgabenformulierung um die Bestandteile

  • in der richtigen Form
  • unter Einhaltung rechtlicher Vorgaben

zu ergänzen.

Im theoretischen Diskurs wird die Informationslogistik nicht selten als Informationssteller für Führungskräfte dargestellt [Vgl. Bucher, 2009 S. 1 f]. Das ist aus unserer Sicht zwar ein Teilaspekt, reicht in der praktischen Betrachtung jedoch nicht aus. Auch oder vielleicht gerade operativ tätige Mitarbeiter haben einen konkret zu definierenden Bedarf an handlungs- und entscheidungsrelevanten Informationen. [Vgl. Harvard Business Review] Informationslogistik ist daher nicht auf bestimmte Hierarchiestufen oder Prozesstypen festgelegt und umfasst neben den strategischen auch die operativen Prozesse. [Vgl. Winter et al. 2008, S. 4 ff].

Jede Organisation betreibt Informationslogistik, auch wenn diese nicht so benannt wird. Das Handeln der Führungskräfte in der Organisation beeinflusst die Wirkung und den Erfolg der Informationslogistik maßgeblich.

Quellen:

Bucher, T. (2009) : Ausrichtung der Informationslogistik auf operative Prozesse. Entwicklung und Evaluation einer situativen Methode
Plowman, E. G. (1964) : Lectures on elements of business logistics
Schmaltz, M. A. (2009) : Methode zur Messung und Steigerung der individuellen Akzeptanz von Informationslogistik in Unternehmen S. 15 ff.
Winter, R. (2008) : Das St. Gallener Konzept der Informationslogistik. In: Dinter, B.; Winter, R. (Hrsg.): Integrierte Informationslogistik S. 2

Zugehöriger Blogbeitrag:

Informationslogistik – eine praxisorientierte Definition

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Autor: Stefan Willuda

Stefan Willuda war bis November 2014 Berater der MailConsult GmbH aus Berlin. Davor war er Leiter der Abteilung Document Services bei der Festo AG. Seine Schwerpunktthemen waren Projektmanagement, Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen, Strategien für Inhouse-Dienstleistungen, In- und Outsourcing-Strategien, sowie Arbeitsorganisation im Input- und Output-Management. Motto: Wenn es gelingt, die beteiligten Menschen für eine gemeinsame Vision zu begeistern, werden selbst herausfordernde Umsetzungsprojekte ein Erfolg. (Stefan Willuda auf Xing)

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